Kurz gesagt: Pfotenlecken ist ein Symptom, keine Diagnose. Allergien, Infektionen mit Hefen oder Bakterien, Parasiten, Kontaktreizungen, Fremdkörper und andere Erkrankungen können zu geröteten, juckenden oder geschwollenen Pfoten führen. Aus Geruch, Fellfarbe oder dem Lecken allein lässt sich nicht zuverlässig bestimmen, welche Ursache vorliegt.
Welche Ursachen kommen infrage?
Eine Entzündung der Pfoten – medizinisch Pododermatitis – kann unterschiedliche Ursachen haben. Dazu gehören unter anderem Umwelt- oder Futtermittelallergien, Infektionen, Parasiten, eine Reizung durch Kontakt oder eine Verletzung. Auch andere Haut- oder Allgemeinerkrankungen können beteiligt sein. Mehrere Faktoren können gleichzeitig vorliegen.
Bei einer atopischen Dermatitis können Pfoten Teil der betroffenen Hautbereiche sein. Hefen oder Bakterien können ebenfalls eine Rolle spielen, müssen aber nicht die ursprüngliche Ursache des Juckreizes sein. Die beiden Möglichkeiten schließen einander nicht aus: Eine bestehende Hauterkrankung kann mit einer zusätzlichen Infektion einhergehen.
Allergie oder Hefepilz: Woran lässt sich das erkennen?
Gerötete Haut, Verfärbungen, Geruch und Lecken können Hinweise liefern, beweisen aber weder eine Allergie noch einen Hefepilz. Ähnliche Anzeichen treten bei verschiedenen Pfotenproblemen auf. Selbst eine saisonale oder ganzjährige Häufung reicht allein nicht für eine Diagnose.
Die Tierarztpraxis beurteilt die Pfoten, die übrige Haut und die Krankengeschichte. Je nach Befund können eine zytologische Untersuchung, Hautgeschabsel, Haarproben oder weitere Tests sinnvoll sein. Bei Verdacht auf eine Futtermittelallergie wird die Diagnostik mit der Praxis geplant; eine bloße Änderung einzelner Zutaten bestätigt oder widerlegt sie nicht zuverlässig.
Was können Sie bis zum Termin tun?
Verwenden Sie keine Essigbäder, Desinfektionsmittel, ätherischen Öle, Cremes oder Medikamente auf eigene Faust. Auch bei Pfotenprodukten ist nicht automatisch klar, ob sie für die konkrete Ursache geeignet sind. Wenn Ihr Hund stark leckt oder sich die Haut verletzt, fragen Sie die Tierarztpraxis, wie Sie bis zur Untersuchung möglichst sicher vorgehen können.
Notieren Sie, wann das Lecken auftritt, welche Pfoten betroffen sind und ob Sie Rötung, Schwellung, Ausfluss, Geruch oder Schmerzen bemerken. Diese Informationen können der Praxis bei der Einordnung helfen, ersetzen aber keine Untersuchung.
Wann sollten Sie eine Tierarztpraxis kontaktieren?
Lassen Sie häufiges, anhaltendes oder wiederkehrendes Pfotenlecken abklären. Kontaktieren Sie die Praxis besonders zeitnah, wenn die Pfote gerötet oder geschwollen ist, offene Stellen oder Ausfluss aufweist, unangenehm riecht oder Ihr Hund lahmt beziehungsweise deutliche Schmerzen zeigt. Eine rasche Verschlechterung sollte ebenfalls zeitnah beurteilt werden.
Häufige Fragen
Bedeutet ein auffälliger Geruch, dass mein Hund einen Hefepilz hat?
Nein. Geruch kann verschiedene Ursachen haben und ist allein kein zuverlässiger Test. Die Tierarztpraxis kann bei Bedarf eine Probe untersuchen.
Kann Pfotenlecken auf eine Futtermittelallergie hindeuten?
Eine Futtermittelallergie ist eine mögliche Ursache für juckende Haut oder Pfoten, aber Pfotenlecken beweist sie nicht. Die Diagnose erfordert einen tierärztlich geplanten Futterversuch und eine anschließende Beurteilung.
Kann ich ein Pfotenbad oder ein Ergänzungsmittel ausprobieren?
Beginnen Sie keine Bäder, Medikamente oder Ergänzungsmittel als Behandlung, ohne die Ursache und die Eignung mit der Tierarztpraxis zu besprechen. Sie können eine notwendige Untersuchung oder gezielte Behandlung nicht ersetzen.
Weitere Informationen zu Juckreiz finden Sie in unserem Leitfaden zu Juckreiz beim Hund. Fachinformationen bietet VCA Animal Hospitals zu Pfotenentzündung (Pododermatitis), Umweltallergien (Atopie) und Futtermittelallergien.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung.