Kurzantwort: Der Pekingese ist ein kompakter, langlebiger Begleithund – aber seine Pflege folgt klaren Prioritäten. Nach dem Rasseprofil des American Kennel Club wiegt er bis etwa 6,4 kg (14 lb) und wird typischerweise 12 bis 14 Jahre alt (American Kennel Club). Der kurznasige, langrückige Bau setzt die Tagesagenda: große, flach sitzende Augen mit Risiko für Tränenflecken und Hornhautverletzungen, eine feuchtigkeitsanfällige Nasenfalte, früh alternde Bandscheiben und Atemwege, die Hitze und Anstrengung schlecht vertragen. In einer britischen Querschnittsstudie über 14 kurznasige Rassen trug der Pekingese die höchste BOAS-Belastung von allen: Nur 10,9 % der untersuchten Pekinesen waren klinisch unauffällig (Tomlinson et al., 2026). Augenverletzungen und Atemnot sind Notfälle – sie gehören unverzüglich in die Tierarztpraxis.
Der Pekingese auf einen Blick
Der Pekingese ist eine der ältesten Begleithunde-Rassen der Welt: Nach Angaben des American Kennel Club lebten pekinesenartige Hunde am chinesischen Kaiserhof schon vor mindestens 1.300 Jahren. In den Westen gelangten sie 1860, als britische Truppen den Sommerpalast des Kaisers in Peking stürmten; der AKC nahm die Rasse 1906 in sein Register auf (American Kennel Club). Das praktische Profil:
| Merkmal | Pekingese |
|---|---|
| Gewicht und Größe | bis etwa 6,4 kg (14 lb); Widerristhöhe etwa 15–23 cm (6–9 in) |
| Lebenserwartung | 12–14 Jahre |
| Fell | langes Doppelfell mit Mähne; haarend, verfilzt leicht |
| Aktivität | gering bis mäßig; kurze Spaziergänge, Hitze meiden |
| Wesen | loyal, selbstbewusst, unabhängig |
| Typische Gesundheitsthemen | Atemwege (BOAS), Augen (Hornhaut, Tränenflecken), Rücken (Bandscheiben), Kniescheibe (Patellaluxation), Nasenfalte, Zähne (Parodontitis) |
Größen-, Gewichts- und Altersangaben nach dem AKC-Rasseprofil; die „typischen Gesundheitsthemen“ belegen die folgenden Abschnitte mit Studien.
Wesen und Alltag: Passt ein Pekingese zu mir?
Der AKC-Rassestandard beschreibt das Temperament als geprägt von „directness, independence and individuality“ – Direktheit, Unabhängigkeit und Eigenständigkeit – und das Erscheinungsbild als löwenhaft: Mut, Würde und Selbstbewusstsein statt Zierlichkeit (American Kennel Club). In der Praxis bedeutet das: Der Pekingese bindet sich eng an „seine“ Menschen, ist aufmerksam und ein guter kleiner Wächter – entscheidet aber auch gern selbst, ob sich ein Kommando lohnt.
Kurze, belohnungsbasierte Trainingseinheiten mit Geduld und Konsequenz funktionieren besser als Drill. Das ruhige Wesen und der geringe Bewegungsanspruch machen den Pekingese für das Apartmentleben geeignet, vorausgesetzt, Halter schützen ihn vor Hitze, Treppen und rauem Spiel. Das AKC-Profil ordnet ihn bei Kindern in die Kategorie „nur unter Aufsicht“ ein, und eine frühe, sanfte Sozialisierung zahlt sich aus (American Kennel Club).
Typische Gesundheitsprobleme des Pekinesen
Die meisten Gesundheitsprobleme des Pekinesen folgen aus demselben Bau, der ihn so unverwechselbar macht: dem kurzen Gesichtsschädel und dem langen Rücken auf kurzen Beinen. Die Tabelle fasst die wichtigsten Themen zusammen; die Abschnitte danach belegen sie und zeigen, was im Alltag hilft.
| Erkrankung | Was dahintersteckt | Rolle der Halter |
|---|---|---|
| Brachyzephales obstruktives Atemwegssyndrom (BOAS) | verengte Atemwege durch den verkürzten Schädel | Gewicht kontrollieren, Geschirr, Hitze meiden |
| Brachyzephales okuläres Syndrom (BOS) | flach sitzende Augäpfel, unvollständiger Lidschluss, verletzliche Hornhaut | tägliche Augenkontrolle, schonende Reinigung |
| Porphyrin-Tränenflecken | rotbraune Verfärbung durch dauerhaften Tränenüberfluss | Augenwinkel abwischen, Fell trocken halten |
| Bandscheibenerkrankung (IVDD) | früh alternde, verkalkende Bandscheiben | schlank halten, Springen begrenzen |
| Patellaluxation | Kniescheibe verlässt ihre Rinne | aussetzenden Gang beobachten, Tierarztpraxis |
| Faltenentzündung der Nasenfalte | Feuchtigkeit und Reizung in der Falte | Falte täglich trocken halten |
| Parodontitis | voller Zahnsatz im engen, kurzen Kiefer | tägliche Zahnpflege |
Die Tabelle ordnet ein, was die folgenden Abschnitte mit Studien belegen; sie ist keine Diagnosehilfe. Auffälligkeiten gehören in die Tierarztpraxis.
Atmung: Warum leiden so viele Pekinesen unter BOAS?
Das brachyzephale obstruktive Atemwegssyndrom (BOAS) bündelt anatomische Engstellen der oberen Atemwege – von verengten Nasenlöchern über ein verlängertes Gaumensegel bis zu Engpässen im Kehlkopfbereich (VCA Animal Hospitals). Wie stark eine Rasse betroffen ist, zeigt eine britische Querschnittsstudie, die 898 Hunde aus 14 kurznasigen Rassen nach einem standardisierten Gradierungsschema untersuchte. Der Pekingese schnitt dabei am schlechtesten ab: Nur 10,9 % der untersuchten Pekinesen waren klinisch unauffällig (Grad 0), und die Rasse unterschied sich in der BOAS-Häufigkeit nicht signifikant von den etablierten Hochrisiko-Rassen Mops, Französische Bulldogge und Bulldogge (Tomlinson et al., 2026).
Über alle 14 Rassen hinweg korrelierten drei Faktoren mit stärkerer Atemwegssymptomatik: ein höherer Body Condition Score, verengte Nasenlöcher und ein besonders flaches Gesicht. Bemerkenswert für den Pekingese: Unter den untersuchten Pekinesen waren nur wenige übergewichtig – das Risiko dieser Rasse wird also stärker von der Schädelform getragen als vom Gewicht. Die Studie hat Grenzen: Sie erfasst einen einzelnen Zeitpunkt, und die Teilnahme war freiwillig, sodass Halter betroffener Hunde sich womöglich häufiger meldeten. Die Werte sind ein Belastungsnachweis, keine exakte Rasseprävalenz (Tomlinson et al., 2026).
Für den Alltag folgt daraus: Schnarchen und Schniefen sind bei Pekinesen verbreitet – laute, angestrengte Atmung, bläuliche Zunge oder Kreislaufprobleme bei Hitze sind es nicht und gehören in die Tierarztpraxis. Die meisten Hunde mit BOAS erhalten die Diagnose zwischen dem ersten und vierten Lebensjahr. Hilfreich sind ein schlankes Gewicht, Spaziergänge in den kühlen Stunden, klimatisierte Räume im Sommer und ein Geschirr, das statt eines Halsbands nichts auf den Hals drückt. Anatomische Engpässe lassen sich operativ korrigieren – je früher, desto besser das Ergebnis (VCA Animal Hospitals).
Augen und Tränenflecken: die tägliche Pflichtaufgabe
Die großen, flach sitzenden Augen sind das Markenzeichen des Pekinesen – und seine verwundbarste Stelle. Ein Review aus dem Jahr 2023 fasst die Augenprobleme kurznasiger Hunde als brachyzephales okuläres Syndrom (BOS) zusammen und beschreibt eine besorgniserregend hohe Prävalenz von Erkrankungen der Augenoberfläche, die chronische Beschwerden verursachen, lebenslange tägliche Therapie erfordern und im Extremfall zum Verlust des Augapfels führen können (Sebbag & Sanchez, 2023). Ein zentraler Mechanismus ist der unvollständige Lidschluss (Lagophthalmos): Bei Hunden mit kurzem, breitem, flachem Schädel sitzen die Augäpfel sehr flach in den Augenhöhlen, die Lider schließen sich nicht vollständig, und die Hornhaut trocknet und verletzt sich leicht – mit Vernarbung, Verfärbung und schlecht heilenden Geschwüren als Folge. Übermäßige Nasenhautfalten und Gesichtsbehaarung können den Schaden zusätzlich verschärfen (Merck Veterinary Manual).
Dass dahinter mehr als Schönheitsprobleme stecken, zeigen britische Praxendaten: In einer Zufallsstichprobe von 22.333 Hunden aus 955.554 Hunden in tierärztlicher Betreuung (2016) lag der Anteil mit Hornhautgeschwür bei kurznasigen Hunden bei 2,40 % gegenüber 0,40 % bei den übrigen Hunden; in der multivariablen Analyse entsprach das einer Odds Ratio von 8,40 (95-%-Konfidenzintervall: 5,21–13,56) (O’Neill et al., 2020). Das sind Assoziationen aus einer britischen Population, kein Nachweis von Kausalität – aber sie unterstreichen, wie ernst ein gereiztes Pekinesen-Auge zu nehmen ist. Ein Hornhautgeschwür ist schmerzhaft: Typisch sind stärkerer Tränenfluss und krampfhaft zugekniffene Lider, bakterielle Infektionen können es verschlimmern, und tiefe Geschwüre können die Hornhaut bis zum Durchbruch schwächen (Merck Veterinary Manual). Ein schmerzhaftes Auge – kneifen, tränen, getrübt, plötzlich verändert – gehört noch am selben Tag in die Tierarztpraxis; quillt der Augapfel nach selbst leichtem Trauma vor (Proptosis), ist das ein absoluter Notfall.
Die rotbraunen Ränder unter den Augen sind Tränenflecken. Fachpublikationen führen die typische Verfärbung auf porphyrinreiche Tränen zurück – Porphyrine sind eisenbindende Farbstoffe aus dem Häm-Stoffwechsel. Läuft Tränenflüssigkeit dauerhaft über den Lidrand (Epiphora), färbt sie helles Fell rotbraun; die dauerfeuchte Umgebung kann zudem die Haut reizen und Infektionen begünstigen. Eine universell wirksame Therapie gibt es nicht: Die Behandlung zielt auf die Ursache, etwa einen verschlossenen Tränennasengang oder eine Bindehautentzündung, während Abwischen und das Trimmen der Umgebungshaare die kosmetische Routine darstellen (Wang et al., 2026).
Für den Alltag heißt das: Wischen Sie die inneren Augenwinkel täglich mit einem weichen, feuchten Pad – stets vom Auge weg – und trocknen Sie das Fell danach. Ein paar Mal pro Woche lohnt eine klare, für Hunde geeignete Augenspülung gegen Staub und Krümel; menschliche oder medikamentöse Präparate gehören nicht ohne Rücksprache ans Auge. Halten Sie die Haare an der Nasenfalte kurz, damit sie die Hornhaut nicht berühren, und beobachten Sie Veränderungen: gelblicher oder grünlicher Ausfluss, kneifende Lider, eine getrübte oder bläuliche Hornhaut oder ein plötzlich veränderter Tränenfluss sind Gründe für einen kurzfristigen Termin in der Tierarztpraxis.
Fellpflege, Nasenfalte und Zähne
Das lange Doppelfell mit der Mähne verfilzt leicht und haarend besonders stark im Saisonwechsel (American Kennel Club). Bürsten Sie zwei- bis dreimal pro Woche bis zur Haut durch – hinter den Ohren, unter den Beinen und an der Hinterhand verfilzt es zuerst – und nutzen Sie die Pflege zugleich als Gesundheitscheck. Viele Halter lassen das Fell in einer kürzeren „Puppy“-Schur schneiden; das erleichtert die Pflege, ändert aber nichts an den Augen- und Faltenproblemen.
Die Nasenfalte braucht täglich Aufmerksamkeit: Sie fängt Tränen, Speichel und Trinkwasser ein, und dauerfeuchte Haut kann sich reizen und entzünden. Trocknen Sie die Falte nach dem Reinigen und nach dem Trinken nach. Da übermäßige Nasenfalten den Augenschaden zusätzlich verschärfen können, ist die tägliche Faltenpflege zugleich Augenvorsorge (Merck Veterinary Manual). Reiben an der Falte, Lecken der Pfoten oder ein strenger Geruch gehören tierärztlich geklärt.
Nicht vergessen: das eng gebaute Gebiss. Kleine Rassen entwickeln nach Merck-Angaben mehr Parodontitis als große, und bei kurznasigen Rassen brechen Zähne teils gar nicht erst durch, weil sie schief stehen – auch das begünstigt Zahnstein und Entzündungen (Merck Veterinary Manual). Tägliche Zahnpflege, wenn der Hund sie toleriert, ist die wirksamste häusliche Maßnahme; über professionelle Zahnreinigungen entscheidet die Tierarztpraxis.
Die Wochenroutine für den Pekingese
- Täglich: Augenwinkel abwischen, Nasenfalte trocknen, kurzer Blick übers Gesicht
- Zwei- bis dreimal pro Woche: Fell bis zur Haut bürsten, Augen bei Bedarf klarspülen
- An den meisten Tagen: Zahnpflege; kurze Spaziergänge in den kühlen Stunden, am Geschirr
- Monatlich: Krallen kontrollieren, Ohren ansehen, Wiegen gegen schleichendes Übergewicht
Rücken und Gelenke des Pekinesen
Der Pekingese ist eine chondrodystrophe Rasse: kurze Beine, langer Rücken – und Bandscheiben, die früh altern. Das Merck Veterinary Manual führt die Rasse ausdrücklich unter den Hunden auf, bei denen die Bandscheibenerkrankung (IVDD) häufig ist – neben Dackel, Beagle, Shih Tzu und Lhaso Apso. Bei diesen Rassen können die Bandscheiben schon in den ersten Lebensmonaten zu degenerieren beginnen, und ein ausgetretener Bandscheibenkern kann schon zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr schwere Symptome verursachen (Merck Veterinary Manual).
Eine rassespezifische retrospektive Fall-Kontroll-Studie aus einer tierärztlichen Lehrklinik verglich 426 Pekinesen, davon 81 mit einem Bandscheibenvorfall (IVDE). Der Vorfall saß in 70 % der Fälle im Brust-Lenden-Bereich (am häufigsten zwischen dem 12. und 13. Brustwirbel) und in 27 % im Halsbereich (meist zwischen dem 6. und 7. Halswirbel); Tiere unter zwei Jahren waren selten (2 %). Pekinesen mit verkalkten Bandscheiben im Abschnitt vom 10. Brust- bis zum 4. Lendenwirbel hatten deutlich höhere Odds (Odds Ratio 21,2), und ein höheres Körpergewicht hing mit dem Vorfall zusammen. Die Studie stammt aus einer einzigen Lehrklinik und ist rückblickend angelegt – sie beschreibt keine Häufigkeit in der Allgemeinheit, zeigt aber, worauf Halter achten sollten (Chai et al., 2018). Dass die früh alternden, verkalkenden Bandscheiben erblich mitbestimmt sind, unterstreicht eine genetische Übersichtsarbeit (Dickinson & Bannasch, 2020).
Zwei Gewohnheiten schützen den Rücken über Jahre: ein schlankes Gewicht – jedes zusätzliche Kilogramm belastet Wirbelsäule und Gelenke, und das Körpergewicht war in der Pekingese-Studie mit dem Vorfallrisiko assoziiert – und begrenztes Springen, etwa mit Rampen oder Stufen für Sofa und Bett. Beobachten Sie einen aussetzenden, humpelnden Gang: Das kann auf eine luxierende Kniescheibe (Patellaluxation) hindeuten, die bei kurznasigen Hunden gehäuft diagnostiziert wird (Odds Ratio 1,40; 95-%-KI: 1,02–1,93) und in britischen Praxendaten bei kleinen Rassen überrepräsentiert war – beim Yorkshire Terrier lag die Prävalenz bei 3,42 % gegenüber 1,04 % bei allen Hunden; luxierende Kniescheiben begünstigen später Kniegelenksarthrose (O’Neill et al., 2020; O’Neill et al., 2025). Plötzliche Rückenschmerzen, ein steifer oder gekrümmter Rücken, Unlust zu springen oder Lähmungen sind Gründe, sofort die Tierarztpraxis aufzusuchen.
Wie alt wird ein Pekingese?
12 bis 14 Jahre sind nach AKC-Angaben typisch (American Kennel Club) – der Pekingese gehört damit zu den langlebigeren Hunden: In einer großen englischen Auswertung lag die mediane Lebenserwartung von Hunden insgesamt bei 12,0 Jahren (O’Neill et al., 2013). Genau deshalb zählt Prävention: Augen, Nasenfalte, Zähne und Rücken sammeln über mehr als ein Jahrzehnt Verschleiß, und wer die kleinen täglichen Aufgaben konsequent erledigt, hat die besten Chancen auf einen beschwerdefreien Senior. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen, ein schlankes Gewicht und Zahn- und Augenpflege sind das Fundament in jedem Lebensjahr.
Häufige Fragen
Ist ein Pekingese ein guter Familienhund?
Für ruhige Haushalte und Apartments ja. Der Pekingese bindet sich eng an seine Menschen, ist aufmerksam und selbstbewusst, aber eigenständig und mitunter stur. Seine Größe und sein kurznasiges Gesicht verlangen Schutz vor Hitze, Treppen und rauem Handling durch Kinder – das AKC-Profil empfiehlt Kinder nur unter Aufsicht (American Kennel Club). Kurze, belohnungsbasierte Trainingseinheiten und eine frühe, sanfte Sozialisierung bringen das Beste heraus.
Welche Gesundheitsprobleme sind typisch für den Pekingese?
Die kurznasige, langrückige Konformation prägt die Liste: BOAS, brachyzephales okuläres Syndrom mit Hornhautgeschwüren und Tränenflecken, Bandscheibenvorfälle, Patellaluxation, Entzündung der Nasenfalte und Parodontitis. Ein schlankes Gewicht, ein Geschirr, kühle Spaziergänge und die tägliche Routine für Augen, Falte und Zähne senken das Alltagsrisiko; auffällige Symptome gehören in die Tierarztpraxis.
Warum bekommt mein Pekingese Tränenflecken?
Weil porphyrinreiche Tränen über den Lidrand laufen und helles Fell rotbraun färben, wenn der Tränenabfluss nicht mithält (Epiphora). Die Verfärbung ist meist kosmetisch – sie kann aber auf zugrundeliegende Probleme hindeuten, und die dauerfeuchte Haut kann sich reizen (Wang et al., 2026). Augenwinkel täglich trocken halten; bei plötzlichen Veränderungen, Ausfluss oder Kneifen tierärztlich abklären lassen.
Haben alle Pekinesen Atemprobleme?
Nein, aber das Risiko ist hoch. In der britischen BOAS-Studie war der Pekingese die am stärksten belastete von 14 kurznasigen Rassen; nur 10,9 % der untersuchten Hunde waren klinisch unauffällig (Tomlinson et al., 2026). Schnarchen und Schniefen sind verbreitet – laute, angestrengte oder bläuliche Atmung ist kein Normalzustand und braucht tierärztliche Hilfe.
Wie reinige ich die Augen meines Pekinesen?
Täglich die inneren Augenwinkel mit einem weichen, feuchten Pad abwischen – stets vom Auge weg – und das Fell danach trocknen. Ein paar Mal pro Woche Staub und Krümel mit einer klaren, für Hunde geeigneten Spülung ausspülen; menschliche oder medikamentöse Produkte nur nach Rücksprache mit der Tierarztpraxis. Haare an der Nasenfalte kurz halten, damit sie die Hornhaut nicht reiben.
Wie alt werden Pekinesen?
Typischerweise 12 bis 14 Jahre (American Kennel Club) – über der medianen Lebenserwartung von Hunden insgesamt in englischen Praxendaten (12,0 Jahre; O’Neill et al., 2013). Weil sie so alt werden, zahlen sich Augen-, Falten-, Zahn- und Rückenvorsorge über Jahre aus.
Weiterlesen
- Brachyzephale Hunderassen: Pflege von kurznasigen Hunden
- Hundeaugen reinigen: Wann ist tierärztlicher Rat nötig?
- Tränenflecken beim Hund entfernen: Was hilft und was zu vermeiden ist
Quellen
- American Kennel Club. Pekingese Dog Breed Information.
- Tomlinson F, Liu NC, Sargan DR, Ladlow JF. A cross-sectional study into the prevalence and conformational risk factors of BOAS across fourteen brachycephalic dog breeds. PLoS One. 2026;21(2):e0340604.
- VCA Animal Hospitals. Brachycephalic Airway Syndrome in Dogs.
- Sebbag L, Sanchez RF. The pandemic of ocular surface disease in brachycephalic dogs: The brachycephalic ocular syndrome. Veterinary Ophthalmology. 2023;26(Suppl 1):31–46.
- Merck Veterinary Manual. Eye Disorders of Dogs (Abschnitt „Lagophthalmos“).
- O’Neill DG, Pegram C, Crocker P, Brodbelt DC, Church DB, Packer RMA. Unravelling the health status of brachycephalic dogs in the UK using multivariable analysis. Scientific Reports. 2020;10:17251.
- Merck Veterinary Manual. Disorders of the Cornea in Dogs.
- Wang E, Wu P, Xu J, Hong X, Zhao N, Sun T, Zhang T, Xu Z, Yang C. Effects of Traditional Chinese Herbal Extracts on Tear Staining, Iron Status, Immune Function, and Antioxidant Capacity in Dogs. Animals. 2026;16(11):1596.
- Merck Veterinary Manual. Dental Disorders of Dogs.
- Merck Veterinary Manual. Disorders of the Spinal Column and Cord in Dogs.
- Chai O, Harrosh T, Bdolah-Avram T, Mazaki-Tovi M, Shamir MH. Characteristics of and risk factors for intervertebral disk extrusions in Pekingese. Journal of the American Veterinary Medical Association. 2018;252(7):846–851.
- Dickinson PJ, Bannasch DL. Current Understanding of the Genetics of Intervertebral Disc Degeneration. Frontiers in Veterinary Science. 2020;7:431.
- O’Neill DG, Witkowska SD, Brodbelt DC, Church DB, Engdahl KS. Yorkshire Terriers under primary veterinary care in the UK – demography and disorders. Companion Animal Health and Genetics. 2025;12(1):6.
- O’Neill DG, Church DB, McGreevy PD, Thomson PC, Brodbelt DC. Longevity and mortality of owned dogs in England. The Veterinary Journal. 2013;198(3):638–643.
Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen für Hundehalter in Deutschland und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Bei Augenverletzungen, Atemnot, plötzlichen Rückenproblemen oder Fragen zur Pflege wenden Sie sich an Ihre Tierarztpraxis.