Kurz gesagt: Ohrenkratzen, Kopfschütteln, Geruch, Rötung oder Ausfluss sind Anzeichen einer möglichen Reizung oder Entzündung, aber keine Diagnose. Allergien, Hefen, Bakterien, Parasiten oder ein Fremdkörper können ähnliche Beschwerden verursachen. Anhand des Aussehens allein lässt sich die Ursache nicht zuverlässig bestimmen; bei anhaltenden oder schmerzhaften Beschwerden sollte eine Tierarztpraxis das Ohr untersuchen.
Welche Ursachen kommen infrage?
Eine Entzündung des äußeren Gehörgangs kann unter anderem mit Allergien, Bakterien, Hefen, Parasiten, einem Fremdkörper oder weiteren Ohrproblemen zusammenhängen. Mehrere Faktoren können gleichzeitig eine Rolle spielen. Ohrform oder Feuchtigkeit können ebenfalls relevant sein, erklären Beschwerden aber nicht automatisch.
Dunkles oder wachsartiges Sekret ist kein sicherer Beweis für Ohrmilben oder Hefen. Auch bakterielle oder gemischte Entzündungen können ähnlich aussehen. Versuchen Sie daher nicht, anhand von Farbe oder Geruch selbst eine Diagnose zu stellen.
Wie wird die Ursache festgestellt?
Die Tierarztpraxis kann den Gehörgang und das Trommelfell mit einem Otoskop beurteilen. Je nach Befund wird eine Probe des Sekrets unter dem Mikroskop untersucht oder weiter getestet. Das ist wichtig, weil unterschiedliche Ursachen verschiedene Behandlungen erfordern und eine Behandlung auf Verdacht das eigentliche Problem übersehen kann.
Was sollten Sie zu Hause vermeiden?
- Stecken Sie keine Wattestäbchen oder andere Gegenstände in den Gehörgang.
- Verwenden Sie keine Essigmischungen und bringen Sie keine Hausmittel in den Gehörgang. Essig kann ein entzündetes Ohr zusätzlich reizen.
- Geben Sie keine übrig gebliebenen Ohrentropfen, menschlichen Medikamente oder frei verkäuflichen Ohrprodukte, ohne dies mit der Tierarztpraxis abzuklären.
- Reinigen Sie ein schmerzhaftes, gerötetes oder nässendes Ohr nicht eigenständig. Folgen Sie bei der häuslichen Pflege der konkreten tierärztlichen Anleitung.
Auch ein Ohrreiniger, der bei einem gesunden Ohr verträglich ist, kann ein bereits entzündetes Ohr reizen. Fragen Sie die Tierarztpraxis, ob und wie Sie die Ohren Ihres Hundes reinigen sollen.
Wann sollten Sie eine Tierarztpraxis kontaktieren?
Lassen Sie anhaltendes oder wiederkehrendes Kratzen, häufiges Kopfschütteln, üblen Geruch, sichtbaren Ausfluss, Rötung, Schwellung oder Schmerzen am Ohr untersuchen. Kontaktieren Sie die Praxis zeitnah, wenn Ihr Hund deutliche Schmerzen zeigt oder sich die Beschwerden rasch verschlimmern. Wiederkehrende Ohrprobleme sollten ebenfalls abgeklärt werden, damit mögliche zugrunde liegende Ursachen erkannt werden können.
Häufige Fragen
Kann ich Ohrmilben und eine Infektion am Sekret unterscheiden?
Nicht zuverlässig. Dunkles Sekret kann verschiedene Ursachen haben. Eine Untersuchung des Gehörgangs und gegebenenfalls einer Probe ist nötig, um die Ursache einzugrenzen.
Hilft Essig gegen juckende Hundeohren?
Verwenden Sie keine Essigmischung im Ohr. Sie kann Schwellung und Sekretbildung bei einer Entzündung verschlimmern. Lassen Sie Beschwerden tierärztlich beurteilen.
Wie reinige ich die Ohren meines Hundes sicher?
Bitten Sie die Tierarztpraxis um eine Anleitung und verwenden Sie nur eine dort empfohlene Lösung. Wattestäbchen und andere Gegenstände gehören nicht in den Gehörgang.
Weitere Informationen zu Ursachen, Untersuchung und Pflege finden Sie im Merck Veterinary Manual zu Ohrinfektionen und Otitis externa beim Hund.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung.